Karl Rautenberg Museum Ellerau

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Eine Zukunft für unsere Vergangenheit

Man kann das große Vaterland nicht lieben, wenn man die kleine Heimat nicht im Herzen hat. Diese Philosophie hat jene Frauen und Männer beflügelt, die im Februar 1988 in Ellerau (Kreis Segeberg) den "Heimat- und Museumsverein" gründeten. Sie schufen die rechtliche Grundlage zum Bau eines Heimatmuseums, das von der Gemeinde dankenswerterweise finanziert wurde und auch weiterhin unterstützt wird.

Jedes Museum, das nicht zu einem Museum um seiner selbst willen erstarren will, steht in einem dauernden Prozess des Wachstums und der Anpassung an neue Möglichkeiten hinsichtlich der Darstellung seiner Sammlungen. Darum wird das Ellerauer Heimatmuseum, das den Namen seines Mitinitiators, Karl Rautenberg, trägt, niemals fertig sein, sondern sich immer wieder als ein aktuelles Schaufenster der Zeitgeschichte präsentieren.

Unter den über 150 Museen in Schleswig-Holstein erhebt das Karl-Rautenberg-Museum keinesfalls den Anspruch auf Einmaligkeit - aber auf Individualität. Seine Exponate, die immer wieder alt wie jung faszinieren, stehen alle in enger Beziehung zur Gemeinde Ellerau und zur umgebenden Region.

 

Ehrung für Werner Wrage

Bürgerrolle: Ehrenplatz für Werner Wrage
Ellerau: Verein zeichnet den Leiter des Heimatmuseums für seine Verdienste aus.


Von Frank Knittermeier (Norderstedter Zeitung vom 08.03.2004)

Wenn Werner Wrage Besucher durch das Ellerauer Heimatmuseum führt, leuchten seine Augen. Und aus dem Erzählen kommt er schon gar nicht mehr heraus: Zu jedem ausgestellten Stück fällt dem ehemaligen Bauunternehmer eine kleine Geschichte an. Leute wie er, so meint der Verein "Wir für Ellerau" sind für eine kleine Gemeinde wichtig und unersetzlich. So wurde der 73 Jahre alte Ellerauer am Sonntag als Vierter in die Ellerauer "Bürgerrolle" eingetragen. Hier werden Mitbürger mit einem Messingschild geehrt, die sich um die Gemeinde verdient gemacht haben. Die Rolle ist im Rathaus zu besichtigen.

Joachim Dose (57), Vorsitzender des Vereins "Wir für Ellerau", schilderte Werner Wrage als einen Mann mit "drögem Humor, Witz und Schalk im Nacken". Und zur Untermauerung gab es gleich eine Geschichte, die demnächst im ersten Lesebuch aus der Ellerauer Geschichtenwerkstatt erscheinen wird: Als Werner Wrage eine zweite Türe seines Hauses zumauerte, beschied er fragenden Mitbürgern, das sei nun eine neue Verordnung - jedes Haus dürfe nur noch eine Haustür haben. Etliche ernst gemeinte Anfragen von verunsicherten Ellerauern bei der Gemeindeverwaltung waren die Folge dieses Scherzes.

Maurermeister Wrage bedankte sich nach der Auszeichnung auf seine Weise für die Ehre. Er wies darauf hin, dass die Arbeit im Karl-Rautenberg-Museum nicht ohne seine ehrenamtlichen Mitarbeiter möglich sei. Und auch seine Frau Karla habe ihm immer helfend zur Seite gestanden.

Zahlreiche Ellerauer beteiligten sich am Bürger- und Stiftungsempfang im Bürgerhaus - viele davon als Mitglieder des Vereins "Wir für Ellerau". Denn Joachim Dose wies nicht ohne Stolz darauf hin, dass der Verein im vergangenen Jahr 20 neue Mitglieder gewonnen habe. 2003 sei die vom Verein finanzierte Naturtribüne beim Bürgerhaus an die Gemeinde übergeben worden.

Zum 555. Ortsgeburtstag, der in diesem Jahr gefeiert wird, sei auch eine CD mit Ellerauer Musikanten aufgenommen worden. Darüber hinaus plane der Verein etliche weitere Aktivitäten im Ellerauer Jubiläumsjahr. Und weil die Partnerschaft mit der dänischen Gemeinde Højer 25 Jahre besteht, bot Joachim Dose auch gleich noch Partnerschafts-Anstecker zum Preis von einem Euro an.

 

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