555 Jahre Ellerau
(1449-2004)
Von Emil Schmelow
Gemäß den Nachforschungen
unserer Chronisten hat der 1449 erwähnte und zum Gut Kaden gehörende Meierhof
"tho de Elrow" (zu der Ellern-Au, Anm. d. Übersetzers), unserem Ort den
heutigen Namen "Ellerau" und sein 555-jähriges Bestehen gegeben. Ohne
Zweifel handelt es sich um den heutigen Hof Rose am Luisenweg, gelegen zwischen
der Gronau und deren Zufluss, der Krumbek.
Ein Tietke Monek war damaliger
Hofbesitzer. Es könnten durchaus auch viel früher dort Menschen gesiedelt
haben. Denn das notwendige Wasser - auch Fische - bot die Gronau (übrigens ein
Zufluss der Pinnau) ganzjährig; und am hohen Ufer sandiges, trockenes
Siedlungsland und reichlich Gehölz. Unweit des Hofes fand ich beim Pflügen
einen steinernen Fäustling.
Wie mag nun damals, vor über 500
Jahren, der Meierhof des Tietke Monek wohl ausgesehen haben? Da meine, 1922 auf
dem Meierhof - so nennt man ihn auch heute noch - geborene Frau 1953 einen Teil
dieses Hofes zum Ansiedeln geerbt hat, erregte uns obige Frage mit besonderem
Interesse. Unterstützt von Herrn Dr. Nils Hansen vom Seminar für Europäische
Ethnologie und Volkskunde an der Christian-Albrecht-Universität Kiel, kann der
damalige Meierhof des Tietke Monek in etwa, wie mein Modell ihn darstellt,
ausgesehen haben:
Das Hauptgebäude war das niederdeutsche
Fach-Hallen-Haus zu fünf Fach (1 Fach = 10 Fuß = ca. 3 Meter). Dort lebten
Mensch und Tier mit allen Vorräten unter einem Dach, mit offener Feuerstelle
auf der Diele. Dazu gehörten eine kleine Kate für den Altenteiler, ein
Schafstall, ein Torfschauer, ein Backhaus, ein Immenhaus sowie der Hausbrunnen.
Alle Dächer bestanden aus Reet und die Wände aus einem Geflecht und Lehm. An
der Gronau befand sich eine kleine Wassermühle. Die Kohlhöfe (Gemüsegärten)
waren von Flechtzäunen umgeben. Die von mir auf dem Modell dargestellte weiße
Fläche ist ein Buchweizenfeld in voller Blüte. Buchweizen war die
Hauptnahrung. Kartoffeln gab es zu dem Zeitpunkt noch nicht (in Preußen wurde
sie erst in der Mitte des 18. Jahrhunderts durch Friedrich den Großen eingeführt).